Wie geht es weiter mit dem Städtischen Klinikum und dem MVZ?

Liebe Dessau-Roßlauerinnen und Dessau-Roßlauer,
dass das Klinikum über Jahre in eine finanzielle Notlage gekommen ist, ohne dass frühzeitig gegengesteuert wurde, dürfte inzwischen allen bekannt sein. In geringerem Umfang trifft das auch auf das MVZ zu. Jahrelang wurde von fast allen Beteiligten weggeschaut und somit die Lage kontinuierlich verschlechtert. Das ist nicht nur schlimm für Klinikum und MVZ, sondern belastet auch den städtischen Haushalt enorm.
Angestoßen durch Mitglieder des Stadtrates aus verschiedenen Fraktionen wurde im ersten Halbjahr des Jahres 2025 die alte Klinikleitung abberufen und durch den Verwaltungsdirektor Björn Saft und den Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Christoph Herborn ersetzt. Im Juni 2025 wurde das Trio komplettiert, indem Frau Michaela Ewald zur neuen Pflegedienstleiterin ernannt wurde.
Die beiden Herren sind erfahrene Kliniksanierer und wurden wie üblich mit befristeten Verträgen angestellt. Da die Sanierung eines so großen Klinikums (und des MVZ) aber naturgemäß länger dauert und die beiden neuen Klinikleiter bisher einen sehr guten Job machen, wird es im laufenden Jahr darum gehen, die Arbeitsverträge so zu verlängern, dass zumindest für die Zeit der Sanierung eine Kontinuität gewahrt ist. Hierbei reden wir durchaus noch über mehrere Jahre. Im politischen Raum herrscht hierzu eine große Einigkeit.
Ich möchte hier erneut betonen, dass unser großer Dank sowohl der neuen Klinikleitung als auch der gesamten Belegschaft gilt, die gemeinsam mit sehr großem Engagement dabei sind, das Klinikum und das MVZ wieder in finanziell bessere Zeiten zu führen. Nur so kann die Zukunft als Städtisches Klinikum gewährleistet werden.
Zumindest unglücklich war in diesem Zusammenhang die Aussage von Oberbürgermeister Dr. Reck beim Neujahrsempfang der Stadt, dass ihm die Sanierung nicht schnell genug gehe. Immerhin haben Klinikleitung und Belegschaft es in nur etwa 9 Monaten bis Ende 2025 geschafft, das Defizit des Klinikums um fast 8 Millionen Euro zu reduzieren. Die Prognosen für die nächsten Jahre sehen ähnlich positiv aus.
Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass solche Sanierungen immer mal wieder schmerzhafte Entscheidungen wie die Schließung einzelner Bereiche mit sich bringen. Eine Aufgabe des Betriebsausschusses des Klinikums und des Aufsichtsrats des MVZ ist aus unserer Sicht dabei, darauf zu achten, dass der sprichwörtliche Bogen nicht überspannt wird. Unsere Fraktion hat gemeinsam mit anderen frühzeitig kritisiert, dass von der Zusammenlegung des MVZ in der Gropiusallee auch die Kinderarztpraxen betroffen sein sollten. Das halten wir für unzumutbar. Kinderärztinnen und Kinderärzte sind ja schließlich die Hausärztinnen und Hausärzte der „kleinen Menschen“. Wir setzen uns dafür ein, dass hier eine dezentrale Versorgung bestehen bleibt.
Dr. Frank Brozowski
Bürgerliste Dessau-Roßlau


